Freitag, 24. Februar 2017

39. Nerven aus Stahl

...die werde ich definitiv haben, wenn ich wieder zu Hause bin.

Kennt ihr das, wenn man Bauchschmerzen bekommt, weil man etwas nicht machen will oder irgendwo nicht hin möchte? Genau so geht es mir, sobald ich auch nur daran denke, auf Arbeit zu müssen. Es gibt bessere und schlechtere Tage, aber im Großen und Ganzen kann ich es wirklich kaum mehr erwarten, endlich das Hotel und das Staff House zu verlassen.

Heute hatte ich nach fast drei Wochen arbeiten mit mindestens acht Stunden pro Tag mal wieder frei. Sonst habe ich mich immer beschwert, wie öde es doch sei, alleine irgendwo herum zu gurken. Eins kann ich euch sagen: ich habe jede einzelne Sekunde in Oxford genossen, allein hin oder her. Diesen Abstand zum Hotel und sogar zu meinen eigenen vier Wänden hatte ich so nötig. Ich mag zwar noch nicht studieren, aber ich durchlebe gerade meine eigene Art von Prüfungsphase und der Stress, der damit kommt. Frustessen eingeschlossen.


Da Maria und ich immer noch die Einzigen sind, die Computersysteme und Co. im Hotel verstehen, wird uns momentan einiges abverlangt. Unser Aufgabenfeld hat sich nicht besonders stark verändert. Außer dass wir jetzt ständig E-mails schreiben, Leute anrufen und uns um Dinge wie neue Bettwäsche und Handtücher kümmern müssen, wofür ich eigentlich nicht so gerne verantwortlich sein möchte. Das Problem ist immer noch das Chaos und die hier und da fehlende Organisation durch die Hotelübernahme, die den Arbeitsalltag einfach unglaublich erschweren. Und unsere neuen Manager B & S...versteht mich nicht falsch, sie sind um Gottes Willen keine Unmenschen. Sie würden uns allen und auch sich selbst gerne mehr frei geben, aber sie sind eben auch überfordert. Und lassen uns das oft spüren.

Ich weiß nicht so wirklich, wie ich euch erklären soll, was an der Arbeit zurzeit so ätzend ist, ohne mich seitenweise aufzuregen. Das möchte ich ungern machen, denn einerseits weiß man nie, wer das hier vielleicht irgendwann mal liest und dazu sind es einfach viele kleine Dinge, die sich über die letzte Zeit zu einem einzigen Gefühl der Belastung angesammelt haben. Diese Sachen alle einzeln aufzuzählen, zu beschreiben und zu bewerten, würde diesen Post eeewig lang machen...und vermutlich ins Aufregen abrutschen. Allerdings beschreibt eine Frage, welche ich letztens einer Freundin gestellt habe, die momentane Situation ganz gut: Was tut man, wenn die eigenen Vorgesetzten keinen Plan haben?


Meine Zeit hier ist so gut wie rum und ich versuche mir in den letzten Wochen nicht alles so zu Herzen zu nehmen, aber das kann ich nicht einfach so. Andere an Maria's und meiner Stelle hätten wahrscheinlich schon nach den ersten fünf Tagen gesagt "Okay, nope, tschüss!", aber wir fühlen uns verantwortlich - zu unserem eigenen Nachteil!

Wenn ich wieder zu Hause bin, kann ich mir gut vorstellen, dass ich zurückblicke und stolz bin, vor allem diesen Teil meines Englandaufenthalts gemeistert zu haben. Es verändert und stärkt mich definitiv, aber jedes Mal, wenn ich zurzeit auf die Uhr schaue und sehe, dass meine Schicht immer näher rückt, wird mir ganz anders. Die momentane Atmosphäre im Hotel schlägt mir so auf das Gemüt. Von der Charakterstärke, die ich bis vor Kurzem noch geglaubt hatte, gewonnen zu haben, sehe ich nur noch selten etwas. Zeitweise bin ich wirklich ein emotionales Wrack und die kleinste Sache treibt mir die Tränen in die Augen. Und obwohl meine Heimkehr so nah ist, ist es irgendwie schwerer und nicht einfacher. Ich kann nicht erklären wieso und verstehe es auch nicht wirklich, aber das Ziel ist so nah...ABER EBEN NOCH NICHT DA. (Stellt euch beim Lesen der letzten Worte vor, wie ich wild mit den Händen gestikuliere.)

Okay, so viel erstmal dazu!


In sechzehn Tagen werde ich das letzte Mal zur Arbeit gehen. Wo ist dieses halbe Jahr bitte hin verschwunden? Übrigens fliege ich am 12.3. nicht direkt nach Hause, nein. Richtung Deutschland geht es erst am 19. März. Vor meiner Rückreise erfülle ich mir noch einen kleinen Wunsch, aber dazu erzähle ich euch demnächst mehr...

Habt noch einen schönen Abend,
 eure Nina :)

Kommentare:

  1. Liebe Nina, wie du schon beschrieben hast, wirst du einfach nur stolz sein, wenn du zurück blickst, das kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen. Ich hatte mal ein halbes Jahr einen Vollzeit Job in einer Wohngruppe für geistig behinderte und hatte 90 Prozent meiner Dienste komplett alleine, teilweise mehrere Tage am Stück.. Es war teilweise einsam und vor allem sehr anstrengend alleine mit den Bewohnern und sich um alles kümmern zu müssen, weil man weiß, dass einen in den nächsten Tagen keiner ablöst und man dadurch nicht einfach sagen konnte "ich lasse dies oder jenes einfach mal liegen".. Aber rückblickend bin ich froh über all die Erfahrungen dort! Und ich kann dich total verstehen, je näher das Ende rückt, desto unerträglicher wird es irgendwie durchzuhalten.. Denk einfach immer dran, dass du nicht alleine bist :) Du machst das super! Liebe Grüße :)

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    1. Oh, das klingt wirklich sehr hart! Ich bin stolz auf dich, dass du diese Zeit gemeistert hast! ♥
      Vielen Dank für deine lieben Worte, sie bedeuten mir wirklich viel!
      liebste Grüße zurück :)

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  2. Erst einmal hast du wirklich meinen größten Respekt, dass du nicht abbrichst sondern das bis zum Ende durchziehst. Ich bin mir sicher, dass du rückblickend sehr stolz auf dich sein wirst & das kannst du dann auch definitiv. Ich kenne das selbst wenn man immer unterwegs ist, viel arbeiten muss & meistens leider keine Zeit für die Dinge beleibt die man gerne macht. Trotzdem muss man auch manchmal durch diese Phasen durch und glaub mir an jedem ende des Tunnels kommt auch wieder Licht :)) Ich bin gespannt welchen Traum du dir erfüllen wirst !

    Liebe Grüße
    Measlychocolate by Patty
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    1. Das ist alles so lieb von dir, danke! :)
      Am Ende meines Tunnels ist definitiv ein Licht, ein sehr helles Licht!!! Mehr dazu bald, wie bereits angekündigt.
      liebste Grüße zurück an dich ♥

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  3. Ohje du Arme, aber es ist sehr bemerkenswert, dass du es trotzdem konsequent durchziehst :)
    Bald ist es vorbei und auf Regen folgt Sonnenschein, du wirst so viel fürs Leben mitnehmen!
    Viele Grüße
    Juli von Lebenlautundleise

    GEWINNSPIEL

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  4. Ein wirklich schön geschriebener Post, liebe Nina! Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass du nicht aufgibst. Halte durch :)

    Liebe Grüße, Julia ☾ | www.serendipityblog.de

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  5. Du schreibst einfach nur wundervoll! Freue mich auf mehr :)

    ich mache gerade eine Weltreise und bin in Neuseeland angekommen. Ich habe mir einen Bus gekauft und diesen hergerichtet, schaue doch malv vorbei ich freue mich, Küsse, Laura <3

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    1. Vielen lieben Dank, das bedeutet mir sehr viel!!! :)

      Oooh das klingt echt aufregend, ich werde auf jeden Fall mal vorbei schauen! <3

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  6. Hi :)
    Der Post ist wirklich emotional und hat mich auf irgendeine Weise gepackt.
    Ich bewunder dich :) Da ich selbst mich nicht auf so eine Reise begeben würde
    (und dann noch durchhalten). Habe vor ein paar Jahren sehr schlechte Erfahrungen
    bei einem Frankreich Austausch gemacht.

    Ich drück dir die Daumen für die letzte Wochen! Und hoffe, dass die Erfüllung deines
    Wunsches dich für einiges entschädigt, so dass du im positiven zurück blicken kannst :)

    Alles Liebe, May von Mayanamo

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    1. Ach May, wie lieb du bist! ♥
      Tut mir leid, das zu hören. Eine Bekannte von einer Freundin von mir hat auch ihre Zeit im Ausland abgebrochen. Aber ich sehe das als überhaupt nicht schlimm an. Man gibt sein Bestes und wenn das nicht ausreicht oder man einfach jeglichen Spaß verloren hat, warum sich quälen? Solche Erfahrungen müssen (leider) auch gemacht werden. Dann werden die Positiven umso schöner!

      Ich danke dir!!! :)

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  7. Ja, halte durch! Die Erfahrung wird dich lehren, wieviel du aushalten kannst und dich somit zu einem stärkeren Menschen machen.

    -Kati
    Almost Stylish

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  8. Wow, du ziehst das wirklich tapfer durch, die letzten Tage überstehst du auch noch :) Du kannst wirklich stolz auf dich sein!

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

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  9. Hallo Nina,
    schön geschriebener Post. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und finde es super, dass du durchhälst. Man darf nur nicht aufgeben, hinterher ist man meistens stolz auch wenn es zeitweise so schwer ist.
    Allerbesten Gruß, Cindy
    http://fraeulein-cinderella.blogspot.de/

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    1. Vielen lieben Dank!!! ♥
      Ja, da hast du vollkommen recht! :)

      Grüße zurück an dich

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  10. Amazing post!

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  11. Ich weiß nicht, ob deine Zeit dort bereits um ist, aber du hast mir echt ein wenig leid getan beim Lesen, weil ich das so unglaublich gut nachvollziehen konnte! Ich würde sagen du solltest wirklich wahnsinnig stolz auf dich sein, dass dus durchgezogen und dich nicht unterkriegen hast lassen :) ich drück dir die Daumen, dass die Zeit schnell vergeht.
    Liebste Grüße
    Heidi von wilderminds.de

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    1. Ich danke dir für deine lieben Worte!!! :)

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